Speaker
Description
Forschung macht vor institutionellen Grenzen nicht Halt. Deshalb müssen Werkzeuge und Infrastrukturen zum Umgang mit Forschungsdaten und -software nicht nur lokal bereitstehen, sondern auch national und international anschlussfähig sein. Folglich können Forschungsdateninfrastrukturen als verteilte Daten-Plattformen oder als Daten-Ökosysteme eingestuft werden, die keiner zentralen Kontrolle unterliegen.
In dezentral kooperierenden Systemen ist neben Technik und Support auch Governance herausfordernd – und zugleich essentiell für die Nachhaltigkeit. IT-Architekturen und Arbeitsprozesse müssen auf Betriebs- und Entscheidungsstrukturen ausgerichtet sein. Auf diese Basis setzen Geschäftsmodelle auf, die wiederum in engem Zusammenhang mit Strukturen der Leistungserbringung stehen.
Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) steht derzeit vor der Aufgabe, belastbare Governance-Strukturen und Geschäftsmodelle zu definieren. Dabei ist es weder sinnvoll, das Rad neu zu erfinden, noch bestehende Strukturen unreflektiert zu übernehmen. Weltweit existieren zahlreiche Ansätze, die Orientierung bieten können. Der Beitrag bietet einen Überblick über die Governance-Strukturen und Geschäftsmodelle von Daten-Plattformen verschiedener Branchen. Entlang eines mehrstufigen Kriterienkatalogs identifiziert er lohnenswerte Ansätze für Forschungsdateninfrastrukturen und leitet daraus Anregungen für die NFDI ab, die auch nationale, regionale und lokale Governance sowie fachspezifische Belange berücksichtigen.