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Description
Rechtsfragen im Umgang mit Forschungsdaten stellen für viele Akteurinnen im Wissenschaftssystem eine zentrale, zugleich jedoch schwer zugängliche Herausforderung dar. Bei Rechtsfragen im Zusammenhang mit Forschungsdaten sind rechtliche Anforderungen und Abwägungsprozesse oft weder Forschenden noch dem FDM-Support-Team hinreichend vertraut. Formalisierte Prozesse, die auf gesetzlichen Vorgaben basieren, stehen dabei einer wissenschaftlichen Praxis gegenüber, die auf Flexibilität, Exploration und situatives Entscheiden angewiesen ist. Die juristische Fachsprache sowie eine oftmals abstrakte, fallorientierte Denkweise erschweren zusätzlich die Übersetzung rechtlicher Anforderungen in den Forschungsalltag. Diese Unsicherheiten führen zu einer eher defensiven Forschungspraxis. Aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen werden Handlungsspielräume vorsorglich eingeschränkt, Möglichkeiten der Datennutzung nicht ausgeschöpft und Entscheidungen stark standardisiert.
Für das FDM-Support-Team sind Rechtsfragen in der Beratung oft besonders herausfordernd, da es die Fach- und Arbeitskulturen, die inhaltlichen Details, aber oft auch die relevante Fallgeschichte nicht gut genug kennt. Die Beratung, sowie die Erstellung generischer Materialien, insbesondere ohne eigenen fachjuristischen Hintergrund, ist daher kaum umsetzbar. Ein weiterer Aspekt sind die unterschiedlichen Prioritäten und Abhängigkeitsverhältnisse der wissenschaftlichen Statusgruppen (Studierende bis Professorinnen), die in Bezug auf Forschungsdaten bestehen und oft unausgesprochen bleiben. Neben dem FDM-Support-Team haben weitere relevante institutionelle Akteure, wie Hochschulrechenzentrum, Bibliothek, oder Personalrat wiederum eigene und oft wechselseitig unbekannte Perspektiven auf Rechtsfragen bei Forschungsdaten.
In unserem Tandem-Vortrag werden wir die verschiedenen Perspektiven der Forschenden und des FDM-Support-Teams herausarbeiten. Als Lösungsansatz stellen wir eine Initiative innerhalb der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg vor, die das Ziel verfolgt, diesen komplexen Bereich zu beleuchten. In einem ersten Schritt fand ein Workshop mit zahlreichen Stakeholdern aus allen Bereichen statt, um vorhandene Kenntnisse, Ressourcen und Lücken im Themenfeld vor Ort zu identifizieren. Zudem diente das Treffen dazu, die Teilnehmenden für ihre unterschiedlichen Fachkulturen zu sensibilisieren und die Notwendigkeit eines gemeinsamen Verständnisses zu Rechtsangelegenheiten zu verdeutlichen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für weiterführende Maßnahmen, die auf einem begleitenden Poster vorgestellt werden.