Call for Papers
Innere und äußere Welten Chinas zusammendenken
Die diesjährige Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Chinastudien (DVCS) befasst sich mit den Welten der chinesischen Vergangenheit und Gegenwart. Gemeint sind hiermit zum einen Chinas vielschichtige Verflechtungen und Interaktionen mit Nachbarländern und anderen Weltregionen: über Grenzen führende Migrationsströme, wirtschaftliche Transaktionen, kulturelle Dynamiken, der Fluss von Religionen, Lehren und Ideologien und viele weitere Interaktionsprozesse. Welche Formen des grenzüberschreitenden Austauschs können wir beobachten und welche Implikationen haben sie für unser Chinaverständnis? In diesem Zusammenhang sollen auch die verschiedenen regionalen und globalen Machtkonstellationen erörtert werden, mit denen unterschiedliche chinesische Staats-, Gesellschafts- und Kultursysteme verwoben waren, beziehungsweise sind. Ferner möchten wir beobachten, wie diese Konstellationen von Akteuren innerhalb und außerhalb der Grenzen Chinas gedeutet wurde und werden. Zum anderen verweist der Begriff „Welten“ auch nach innen, und wir wollen ebenso die vielschichtigen sozialen, politischen und kulturellen Sphären im Inneren der größeren chinesischen Welt debattieren. Beide Konnotationen von „Welt“ sollen schließlich zusammengeführt werden: Bezogen auf unterschiedliche historische und gegenwartsbezogene Kontexte (sowie über Epochengrenzen hinweg) soll die Jahrestagung die komplexe Verschachtelung innerer und grenzüberschreitender Dynamiken thematisieren. Wie hängen die Muster innerer und äußerer Welten miteinander zusammen? Nach welchen Mustern bedingen sie einander wechselseitig?
Wir laden dazu ein, das Thema „Chinas Welten“ aus verschiedenen Perspektiven auf der XXXVII. Jahrestagung der DVCS in Göttingen gemeinsam zu diskutieren. Neben den oben skizzierten Fragen bieten sich unter anderem folgende Themenfelder an:
* Migration, Mobilität, Diaspora und grenzüberschreitende Zirkulationen
* Handelsbeziehungen, Infrastrukturen, materielle Kulturen und wirtschaftliche Verflechtungen
* Wissenszirkulation, Übersetzung, Bildung, Wissenschaft und Techniktransfer
* Religiöse, philosophische und ideologische Transfers
* Selbstbeschreibungen, Fremddeutungen und Bilder Chinas innerhalb und außerhalb Chinas
* Regionale, lokale, soziale und kulturelle Binnenwelten Chinas
* Sprache, Schrift, Literatur, Kunst, Medien und visuelle Kultur
* Multiethnische, multilinguale und multireligiöse Konstellationen
* Imperiale, nationale, koloniale und postkoloniale Ordnungen
* Umwelt, Raum, Landschaft, Ressourcen und Naturvorstellungen
* Erinnerung, Historiographie, kulturelles Erbe und Konstruktionen von Zugehörigkeit
* Digitale und gegenwartsbezogene Welten Chinas
* Vergleichende, transregionale und globale Perspektiven auf China
Bitte reichen Sie ein Abstract von ca. 250 Wörtern sowie eine kurze Beschreibung Ihrer Person von ca. 100 Wörtern bis zum 15. August 2026 per E-Mail an
dvcs2026@uni-goettingen.de
Die Anmeldefrist für Teilnehmende ohne eigenen Vortrag ist der 15. August 2026. Die Veröffentlichung ausgewählter Beiträge zum Tagungsthema ist in Form des Jahrbuchs der DVCS vorgesehen.