Johann Lorenz von Mosheim (1693–1755) prägte die beginnende Aufklärungstheologie in Deutschland wie kein anderer. Als Meister in der Kunst der Darstellung nannte ihn bereits Christian David Jani den „Vater der Kirchengeschichte“. Adolf von Harnack sah in ihm den „Erasmus des 18. Jahrhunderts“. Im Bereich der Homiletikgeschichte gilt er als der „Bahnbrecher der modernen Predigt“. Aus kirchenrechtlicher und dogmatischer Perspektive etablierte er in der Theologie den modernen Vereinsgedanken als staatsrechtlichen Begriff für die ecclesia visibilis .
Seine beiden Wirkungsstätten als Professor in zahlreichen Ämtern waren die Universitäten Helmstedt (1723–1747) und Göttingen (1747–1755). Entscheidend prägte er den Aufbau der Universität Göttingen als Professor und Kanzler mit.
Die Tagung zielt darauf, Johann Lorenz von Mosheim als Theologen der Frühaufklärung neu zu profilieren und als Schlüsselgestalt der Aufklärungsforschung sichtbar zu machen.
In der ersten Sektion zur Biografie wird Mosheim zunächst als Person im Kontext der Göttinger Universitätsgründung in den Blick genommen.
Die zweite Sektion zu den Rezeptionslinien erweitert den Blick auf die zeitgenössische Einordnung und die intellektuellen Beziehungen Mosheims, Sie wird durch eine Veranstaltung mit Festvortrag abgerundet.
Die Kirchengeschichte, die in der dritten Sektion verhandelt wird, bildet einen zentralen Schwerpunkt der Tagung.
Die vierte Sektion stellt Mosheim als Christentumstheoretiker in den Vordergrund. Die letzte Sektion zur Praktischen Theologie vertieft die bisherigen Einsichten im Horizont kirchlicher Praxis und Vermittlung.