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Description
Die erfolgreiche Bereitstellung von Forschungsdaten hängt nicht allein von der technischen Qualität einzelner Systeme ab. Entscheidend ist vielmehr, wie technische, organisatorische und kommunikative Ebenen miteinander verbunden werden und ob daraus für Forschende ein erkennbarer Mehrwert im Arbeitsalltag entsteht. Dabei beeinflussen sowohl intrinsische als auch extrinsische Motivationsfaktoren die Bereitschaft, Systeme des Forschungsdatenmanagements (FDM) aktiv und kontinuierlich zu nutzen.
Der Beitrag bündelt Erfahrungen aus zwei kooperierenden Teilprojekten zur Informationsinfrastruktur (INF) zweier Sonderforschungsbereiche. Beide entwickeln und betreiben FDM-Strukturen für interdisziplinäre Forschungsverbünde im ingenieurwissenschaftlichen Kontext und stehen vor vergleichbaren Herausforderungen: Der Umgang mit Daten nach den Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis steht in der heutigen Zeit unter Druck, der Nutzen einzelner Eingaben bleibt mitunter abstrakt und zusätzliche Prozessschritte können die Akzeptanz technischer Lösungen verringern. Aufwand wird dabei wesentlich danach bewertet, ob ihm aus Sicht der Forschenden ein erkennbarer Nutzen gegenübersteht.
Ausgehend davon werden konkrete Ansätze zur nutzerorientierten Verbindung unterschiedlicher FDM-Ebenen vorgestellt. Dazu zählen die Integration von FDM-Tools in bestehende Forschungswerkzeuge und Arbeitsabläufe, der teilprojektübergreifende Zugang zu Informationen sowie SPARQL-basierte Recherchemöglichkeiten und perspektivische Wissensexploration. Ein konkretes Beispiel ist ein implementierter Adapter, der Datensätze automatisiert aus bestehenden Excel-Dateien und aus elektronischen Laborbüchereinträgen von eLabFTW in das FDM-System überträgt und damit zusätzliche Prozessschritte reduziert. Nach Bereitstellung des Adapters lässt sich ein messbarer Anstieg der in das FDM-System eingespielten Datensätze beobachten. Ergänzt werden solche technischen und prozessualen Maßnahmen durch Workshops, persönliche Unterstützung, systematisches Feedback und die kontinuierliche Anpassung der Systeme an die Bedarfe der Forschenden.
Der Beitrag verdeutlicht, dass FDM-Systeme als soziotechnische Systeme verstanden werden müssen. Erst das Zusammenspiel von Infrastruktur, Prozessintegration, Kommunikation und wahrgenommenem Nutzen macht aus einzelnen FDM-Entwicklungen einen praxistauglichen Dienst. Die Zusammenarbeit der beiden INF-Teilprojekte ermöglicht dabei Erfahrungen, Lösungsansätze und übertragbare Gestaltungsprinzipien standort- und verbundübergreifend zu bündeln.